Phnom Phen (Im Wort)

Veröffentlicht auf von CY

Wir verabschiedeten uns von den Mönchen und gingen in die Stadt. Diese war eindeutig das Grösste was ich seit China gesehen habe. 2 Millionen Menschen leben hier. Es wurde zu chaotisch und ich wollte zu den anderen Kapitänen, während Joscha in der Umgebung coutchsurfen wollte.

 

17.- 21.12.3010

Zuerst traf ich auf einen Kambodschaner, der mir erklährte, dass ein grosser Teil von Südvientman eigendlich zu Kambodscha gehöre. Er wirkte wütend worauf ich ihn fragte was denn jetzt zu machen sei: Er antwortete:" mit Krieg". Man müsse das Land zurück erkämpfen...  

 

Wie immer, wenn man in einer grösseren Stadt ist, gibt man viel zu viel Geld aus... Hosen und T-Shirts sowie Toilettenpapier ist zwar günstig, summiert sich aber schnell.

Ich freundete mich aber schnell mit der grossen Stadt an. Irgenwie gibts ne tolle Stimmung in Phom Phen.(PP) Hier fliesst auch der Tonlesap in den Mekong. Eindrücklich muss es sein, wenn der Tonlesap während der Regenperiode rückwärtsfliesst, weil der Mekong höher als der Seespiegel ist.

 

Leider gibt es ein paar spezielle Touristenattraktionen in PP. So wird man an jeder Ecke gefragt, ob man zu den Killingfields gehen will. In diesen Todesfelder rund um die Stadt, töteten die roten Khmer mehrere 10'000 Menschen, nachdem sie zum Teil monatelang im S21 gefoltert worden waren.

 

Die Roten Khmer

Nach der Kolonialisierung von ganz Siam durch die Franzosen, bombardierten die Amerikaner grosse Teile des Landes, weil die Vietkongs hierdurch Waffen schmuggelten. Als diese abzogen, blieb ein zerstörtes Land mit einer schwachen Regierung vor Ort, welche bald schon 1975 von den kambodschanischen Kommunisten umringt wurde.

 

Die Rote Khmer sahen alles Ausländische oder Städtische als schlecht an. Darum trieben sie alle Menschen aus den Städten. Nachdem man zuerst die Rebellen in der Stadt begrüsste, wurde PP innert 3 Tagen quasi verlassen. 2 Millionen Menschen wurden auf die Felder verfrachtet. Auf den Märschen starben viele.

 

Jeder, der eine ausländische Sprache spricht,

jeder der studiert war,

Leute mit wichtigen Berufen wie Ingenieure und Lehrer,

Intelektuelle und Politiker der alten Regierung wurden verschleppt, oder umgebracht. Der Effekt bis heute: Zu wenig Studierte um Häuser und Brücken zu bauen. Viele dieser Gefangenen wurden in die leere Hauptstadt Phnom Phen gebracht. Dort wurde ein Schulhaus in ein Foltergefängniss umfunktioniert (das Gefängniss S21) . ca. 20'000 Menschen wurden zum Teil monatelang auf übelste Weise gefoltert. Bis sie dann in den Killingfields umgebracht wurden.

 

Man wollte nach all den schlechten westlichen Einflüssen eine alte Gesellschaft wiedererwachen lassen. Die antiken Khmer... Die Idee war, dass alle Leute Reis pflanzen gehen. Mit den Überschüssen wollte man alles für den Staat und Militär finanzieren. Das System war aber nicht leistunsfähig und es war konstant Nahrungsmittelknappheit...

 

Insgesammt zusammengerechnet starben ungefähr 3 Millionen in all diesen Turbulenzen.

 

Hier ein Video:

 

 

Das Gefängiss ist heute ein Museum um an all dies zu erinnern. Als die Vietnamesen in 1979 die roten Khmer wegen eines Grenzstreits angriffen und PP befreiten, entdeckten sie fürchterliches. Huntertausende lagen in Massengräbern. Im S21 wurden ein paar Leichen und nur ca. 7 Überlebende !!!(Von vielen Tausenden) gefunden. Die Körper waren aufs übelste hingerichtet. Man wendete in diesem Gefängniss jegliche vorstellbare Foltermethoden an. Einige Fotos von der angetroffenen Situation haben überstanden.

Verkrüppelte Körper, aufgehängt oder an das Bett geschraubt. Am Boden eine grosse Blutlache. Oft wurden die Nippeln oder Fingernägel herausgerissen. Kleine Schnitte zugefügt. Man tauchte sie ins Wasser bis sie fast ertranken (Was die Amerikaner ja heute mit den Arabern auch tun...) Man schlug auf den Kopf ein, bis er platzte. Der Mensch reduziert auf Fleisch, weniger Wert als Tiere... Man hatte einen Artzt im Gefängniss. Für die Gefangenen. Um sie zu pflegen. Dass sie so lange wie nur möglich gefoltert werden konnten. Wochenlang.

Kaum Nahrung.

Kaum Überlebenschancen.

Immer die selben Fragen: Für wen arbeitest du. Sag mir Namen. Namen von Leuten von deinem Netzwerk.

Nach einer gewissen Zeit sagten die Opfer irgendjemanden. Alle, die ihnen in den Sinn kamen. Diese wurden dann wiederum getötet oder ins Foltergefängniss gebracht. Mitsamt vieler Verwandter. Man wollte so Blutrache verhindern. Babies kaum 2 Jahre alt wurden als Landesverräter hingerichtet.

 

Ich habe Ausschwitz und anderes gesehen. Aber dieses Foltergefängnis ging mit speziell unter die Haut. Wir waren wie betäubt wenn wir hinaustraten. Die löschten sich systematisch selber aus...

 

Persönlich: All diese Informationen über das Schicksal dieses Landes sind bedrückend, übel wurde mir aber erst richtig, als ich erfuhr, dass es Touristen gibt, die auf eine Schiess- Farm gehen,     um eine Kuh in die Luft zu sprengen NACHDEM sie die Genozidplätze besuchten...

 

Plan A: See PP im Bild.

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