Zwischeneintrag

Veröffentlicht auf von CY

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In Südvietnam.

Der Hahn im Käfig unter dem Gepäck der Passagiere kräht alle 5 Minuten. Solang der Bus wartet, ist die Luft stickig und schwer. Erst, wenn die Kontrolleurin die Türe schliesst und man langsam anfährt kommt ein frisches Lüftchen entgegen.

 

Endlos fahren wir den Kanälen und Felder am Mekongdelta entlang.

 

Im Kopf rechne ich zusammen, wieviel ich heute ausgegeben habe. Weil ich den Bus nahm, gab ich mehr aus, als sonst. Sobald ich Autostoppe, komme ich sogar nur mit 10 Franken am Tag aus. Sobald ich einen Bus nehme, sind es eher 15-20. In einer Grossstadt komme ich auf täglich 40-100 Franken. Mir wird bewusst, dass ich fast mehr Geld für die Krankenversicherung und laufende Kosten zu Hause bezahle, als fürs Reisen an sich.

Auch bemerke ich, dass ich fürs Essen gleich viel bezahle, wie für die Zeit in einem Internet-Zenter, um den Blog zu gestalten.

Ich habe genug Reisende angetroffen, welche ohne Versicherung und Blog auskommen. Und schliesslich will ich Zuhause bei der Rückkehr nicht auf ein Studium verzichten, weil ich kein Geld mehr habe.

Die Idee ist einfach. Den Blog aufgeben und auf die Krankenkasse verzichten.

 

Die Begeisterung der Familie zu Hause hielt sich in Grenzen.

 

Deshalb werde ich nun eine Alternative ausprobieren.

 

Mein Blog erreicht 10-65 Leser pro Tag. Diese klicken täglich bis zu 220 Seiten an. Diese kommen vorallem aus der Deutschschweiz und Deutschland aber auch aus der ganzen Welt. Zwar versprechen Anbieter von solchen Blogs bei Erfolg Geld auszubezahlen. Aber es gibt weder einen Kundenservice noch kenne ich jemanden bei dem dies funktionierte. Also hier die Idee: Für einen monatlichen Beitrag wird ein Link auf dem Blog angezeigt.

Einfach Geld zu wollen ist aber ein bisschen zu simpel. Schliesslich habe ich lange dafür gearbeitet und bin unabhängig.

Schon auf der ganzen Reise ist mir aber aufgefallen, dass es schwierig ist von zu Hause aus Geld für einen guten Zweck an Hilfsorganisationen zu spenden, und dann abzuschätzen ob das Geld auch ankommt. Während ich unterwegs bin, kann ich mich aber vergewissern, ob das Geld richtig eingesetzt wird.

Ich möchte die Hälfte des Geldes, welches auf diese Weise zusammenkommt an Organisationen oder Personen weitergeben, welche ich auf der Reise angetroffen habe und mich vergewissern kann, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird.

 

Ich werde aus den Gedanken gerissen, als sich die Landschaft verändert. Erst jetzt nach ein paar Stunden holpriger Fahrt, sehe ich einen der grossen Nebenarme des Mekongs, wie er ins Meer fliesst. Meine Nackenhaare stellen sich auf. Die Sicht auf das schimmerige Wasser, welches in die Weite des Ozeans hineinfliesst, während der Sonnenuntergang alles in magische Farben taucht, beeindruckt mich. Beeindruckt mich seeehhhr. Ich bemerke, dass dies das letzte Mekongwasser ist, welches ich für eine Weile sehen werde. Seit der tibetische Region in China verfolge ich nun diesen Fluss. Mit viel Wehmut sehe ich die letzten Tropfen der braunen Brühe hinter dem nächten Haus verschwinden.

Die Sonne liegt tief.

Warm sind aber immer noch die Strahlen.

 

Der Hahn kräht.

 

 

 

 

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Ein paar Schmuckstücke und meine Favoriten der letzten Wochen:

Von Danba nach Tagon oder im tibetischen Sichuan.

Akte unbekanntes Megakloster oder unvergessliche Begegnungen.

Von Dali nach Kunming oder umwerfendes Yunnan.

Vientiane (Im Wort) oder das Ende des eigenen Bootes.

Von Sisophon nach Krakor oder über das Leben auf dem grossen Binnenwasser.

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Benjamin Rütti 01/21/2011 17:55



wahnsinnig, das müesse erläbnis si!!!


grüessli, benj



CY 01/21/2011 19:24



Hey Rütti.


Leider hani Japan wortwörtlech Links legge glah. Chond denn snöchst Mal draa...